2008: Schlemmerreise in die Steiermark

25.07.: Tag 1

Um 5:30, also viel zu früh, machte ich mich auf den Weg zu Treffpunkt 2 in Irschenberg. Das Wetter: etwas frisch und neblig. Die Wettervorhersage: am Wochenende soll es im Zielgebiet Schauer und Gewitter geben - hoffentlich nicht zu oft.

Die erste Etappe ist geschafft - um 8 Uhr war ich in Irschenberg auf dem Parkplatz. Kurz danach fing ich an zu überlegen, wofür "GAP" steht - für Claudia und Jörg natürlich! Nach und nach trafen auch die anderen ein und die neidischen Blicke der Pampersbombenkutscher wurden häufiger.

Nun erhielten wir das, was wir schon lange ersehnt hatten: DAS Roadbook! Dieses sollte dazu dienen, dass im Notfall die Beifahrerin / der Beifahrer den richtigen Weg weisen könnte. Dieses Accesoire fehlt mir allerdings noch. Ich quatschte dafür ab und an mit meiner Funke (deren Reichweite allerdings mehr als bescheiden war, insbesondere mit leerem Akku) 

Bis Traunstein gings auf der Autobahn, danach waren passendere Straßen angesagt. Kurz hinter der österreichischen Grenze fielen wir (18 Fahrzeuge) über eine Tankstelle her.

Über mehrere  Sättel und Pässe fuhren wir zum Mittagessen nach Filzmoos ins Hotel Hanneshof. Hier wurde uns zum ersten Mal bewusst, warum dieses Wochenende unter dem Motto "Schlemmerreise" stand! Der Schwerpunkt einiger Fahrzeuge befand sich hinterher ca. 1-2 cm tiefer. (Wenn wir geahnt hätten, was da noch kommt...)

Nach ca. 580km Fahrt war das Ziel erreicht: St. Veit am Vogau bzw. Wagendorf. Da uns ein Dorf nicht genug war, teilten wir uns auf; nur, um uns kurz darauf in alter Frische in einem Weinkeller wieder zu treffen.

Mein Zimmer war 1A: gutes Bett, geräumiger Raum, Schrank, Sofa, TV, alles was das Herz begehrt. Dazu eine Dusche für drei und eine "Sammeltoilette". ;-)
Einen Weckruf gab es auch, und der war sogar biologisch. Nur über die Einhaltung der Uhrzeit sollte man mit den Viechern nochmal reden!

Zurück zum Weinkeller: zentraler Bestandteil der Tour war ein Besuch des Weinguts Holger Hagen ("Carpe Vinum"). Vor drei Jahren begonnen, kümmert er sich um biologischen Weinanbau. Einige der Weine haben inzwischen sogar die Zertifizierung geschafft.
Bei einer unterhaltsamen Führung wurde uns das Profil des Weinguts näher gebracht; bei einer Weinprobe hatten wir dann Gelegenheit, uns unsere eigenen Favoriten herauszusuchen und zu bestellen. Damit der Wein nicht so einsam im Bauch rumgluckert, gab es im Anschluss ein kaltes, aber reichhaltiges Buffet. Hierbei kam es zu lebhaften Gesprächen (und Fotos von irgendeinem Käfer)

26.07.: Tag 2

Der zweite Tag begann, wie der erste aufgehört hatte: mit viel Sonne! Nach einem ausgiebigen Frühstück waren zunächst Gruppenfotos angesagt:

  • Autos mit Leute
  • Autos ohne Leute
  • ohne Autos mit Leute

Eine wirklich tolle Geste war das Wasser, das unsere Wirtin uns spontan vors Haus brachte! Das wird man nicht so oft erleben! (Am nächsten Morgen gab es wieder Wasser, sogar vor dem Frühstück!)
Bevor wir dann losfuhren, besichtigten wir spontan eine Kürbiskernölmühle. Diese war ganze zwei Häuser weiter, also selbst in praller Sonne für MX-5-Fahrer noch zu Fuß erreichbar. Dort lernten wir, dass Kürbiskernöl nicht gleich Kürbiskernöl ist und man auf keinen Fall Wasser drankommen lassen sollte. Außerdem wurde uns lautstark demonstriert, wie die Reste nach dem Pressen aussehen. Diese Platten werden z.B. an Schweine verfüttert. (Einige hatten das vor lauter Kauen wohl überhört)
Für den MX-5 hätten wir allerdings spontan noch einige weitere Verwendungsmöglichkeiten gefunden; manche vermuteten sogar ein anderes Material in den Platten... :-)

So gegen 11 Uhr kamen wir wieder zurück zu unserem gemeinsamen Hobby: Kurven fahren!
Dieses Mal ging es über die Nahe Grenze nach Slowenien, Richtung Maribor. Direkt hinter der Grenze tankten wir voll, randvoll! (für 1,21EUR/l)
Unseren Mägen sollte kurz darauf dasselbe passieren. Ich war zunächst erstaunt, dass das Essen in Slowenien doch so teuer ist - da wusste ich noch nicht, dass ich die nächsten 2 Stunden mit Essen beschäftigt sein würde. Für 25 Euro bekamen wir ein göttliches 5-Gänge-Menü und dazu einen herrlichen Ausblick!
Ein paar von uns wollten danach kurz um den "See" laufen, ließen es aber bleiben, da es sich um einen Fluss handelte. Die größere Sorge waren allerdings die zwei Temposchwellen in der Parkplatzzufahrt: würden wir aufsitzen? Glücklicherweise setzte niemand auf, und so konnten wir weiterfahren.

Da wir etwas später dran waren, fiel die Heimfahrt kürzer aus als geplant. An dieser Stelle herzlichen Dank an diejenigen, die sich um mein Auto Gedanken machten. Ich bin aber nicht aufgesessen, sondern hatte auf der Brücke (Beton) angefangen zu bremsen - als ich dann auf die geschotterte Rampe kam, hörte man den Zeitraum, bis das ABS regelte :-) Absolut nix passiert. Selbst der Maschendrahtzaun konnte unserem Konvoi nichts anhaben.
Schlussendlich kamen alle wieder in ihrer Unterkunft an, auch wenn manche ein paar Minuten länger brauchten...

Für den Abend war in einem Lokal in der Ortsmitte ein "Überraschungsessen" angekündigt. Nachdem ich etwas zu früh am Tatort war, nutzte ich die Zeit, um ein paar Bilder von der Kirche zu schießen und traf dabei Bernd, der mir das Eis im Biergarten um die Ecke nahelegte. 
5 Minuten später saß ich also in besagtem Biergarten und bestellte mir ein Bananensplit, sozusagen als Vorspeise zum Überraschungsessen. Schließlich waren wir ja auf einer Schlemmerreise! Kurz darauf bekam ich einen tiefen Teller vorgesetzt, der mit einer Riesenportion Eis und Bananenscheiben gefüllt war; andere hätten daraus 3 Portionen gemacht!
Zum Überraschungsessen suchte ich mir einen Backhendlsalat aus (gemischter Salat mit panierten Putenstreifen). Garniert wurde dieser Abend mit einer schönen Biergartenatmosphäre und viel guter Laune, wie lange Unterhaltungen zeigten. 
Einige von uns, die etwa 3km laufen mussten, wurden freundlicherweise nach Hause eskortiert; unser treuer Begleiter hielt sogar Fahrzeuge für uns an, um eine Gefährdung auszuschließen. Ein herzliches Dankeschön an Marcello!

27.07.: Tag 3

Der Tag der Heimreise! Treffpunkt war das Weingut Holger Hagen, das wir am ersten Abend besichtigt hatten. Nun konnten wir uns unsere Bestellungen abholen und zeigen, was in den Kofferraum eines MX-5 alles reinpasst.

Nach dieser Einkaufstour ging es wieder Richtung Heimat. Obwohl wir eine etwas kürzere Strecke als bei der Anfahrt gewählt hatten, kann man auch diese Fahrt als Teil der Tour sehen - es war wieder eine schöne Strecke. Spontan suchten wir ein Lokal aus und machten eine Mittagspause. Ein herzliches Dankeschön an unseren "Busfahrer" für die richtige Wahl, es hat geschmeckt!
Bald darauf hiess es "Tankstopp", direkt vor der deutschen Grenze. Danach ein Stück Autobahn, und ich meldete mich ab, um den direkten Weg nach Kempten zu nehmen. Wieder zuhause, stellte ich fest, dass ich nicht nur um ein paar Weinflaschen, sondern auch um einige Gramm Körpergewicht reicher geworden bin! :-)

1321 Kilometer in drei Tagen - und jeder davon hat sich gelohnt!